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Editorial

Polykrise… Stapelkrise – Was denn noch?

Einige internationale Ökonomen haben bereits lange vor einer Bündelung von Krisen gewarnt, der Polykrise. In den letzten Jahren häufen sich Ereignisse und Krisen, die massiven Einfluss auf die nationale und internationale Wirtschaft haben.   

Seit 2020 stellt der Corona-Virus die Welt auf den Kopf. Obwohl sich die Lage aktuell entspannter darstellt, sind die Folgen in Form von Lieferengpässen noch nicht gänzlich überwunden.

Für sich allein steht folgende Krise: Bereits sehr lange herrscht ein akuter Fachkräftemangel in Deutschland, eine Lösung ist nicht absehbar und unter anderem vom demografischen Wandel abhängig. Dies könnte langfristig das Wirtschaftswachstum, unabhängig von anderen Krisen, bremsen.

Seit Februar 2022 schaffte der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine nicht nur menschliches Leid. Da Russland als der wichtigste Energielieferant für Deutschland und Teile Europas schnellstens ersetzt werden muss, kommt es zu Engpässen und enormen Preisanstiegen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Energiepreise schon seit Mitte 2021 allgemein kräftig angehoben wurden.

Ein signifikantes Beispiel wie sich Krisen „stapeln“ können, zeigt die Adblue-Krise: Das Mittel wird zur Abgasnachbehandlung von Dieselmotoren eingesetzt, ca. 98 Prozent der Lastkraftwagen der Speditionsbranche benötigen Adblue. Aufgrund der sehr hohen Energiepreise musste der größte Produzent hierzulande vor einigen Wochen seine Produktion einstellen. Ein Mangel von Adblue könnte dabei zu einer Versorgungskrise in deutschen Supermärkten führen….

Ulrike Götz