Die

aktuelle

Ausgabe

Editorial

Pandemie, Lockdowns und Krieg – wie sehen die Lieferketten aus?

Während der diesjährigen interlift wurde deutlich, dass in allen Bereichen der Branche die gestörten Lieferketten den Unternehmen Probleme bereiten. Die Pandemie mit Lockdowns führte in den vergangenen zwei Jahren bereits zu erheblichen Problemen der Lieferketten, nun kam der Krieg in der Ukraine hinzu. 

Vorbei sind die Zeiten in denen sich manch einer Chips und elektronischen Bauteile beim Hersteller in ausreichender Menge bestellen konnte, im Jahr 2022 müssen sich die Unternehmen teilweise die erforderliche Zahl in kleinen Paketen auf privaten Plattformen ersteigern.

Problematisch wirken sich ebenso die hohen Energiepreise aus, aktuell gibt es zwar noch kein Versorgungsproblem, sondern „nur“ ein Preisproblem, aber die Folgen sind jetzt schon dramatisch. In besonders energieintensiven Produktionsprozessen wie Gießereien oder Ziegeleien werden die Stätten über mehrere Wochen
geschlossen, da der aktuelle Preisanstieg von den Kunden nicht getragen werden kann.

Möglicherweise wird bei vielen Herstellern vermehrt
Abstand vom Just-in-time Prinzip genommen. Der Trend wird wieder zu mehr Lagerfläche und zur stetigen
Versorgung der Produktion gehen. So können sich Lieferprobleme leichter abfangen lassen, ohne die Gesamtproduktion zu gefährden. Aber dies wird zu höheren Kosten und Platzbedarf führen.

Ulrike Götz