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Autor: Ulrike Götz
goetz@vfz-verlag.de

Lesedauer: 4 min

One Barangaroo
One Barangaroo Copyright: Tom Roe

Down Under an der Spitze

Australien gewinnt zum ersten Mal den renommierten Emporis Skyscraper Award!

One Barangaroo in Sydney ist der diesjährige Gewinner des renommierten Emporis Skyscraper Awards. Zum ersten Mal in der mehr als 20-jährigen Geschichte des Preises geht die prestigeträchtige Trophäe nach Australien. One Barangaroo ist ein 271 Meter hoher Wolkenkratzer, der von den britischen Architekten WilkinsonEyre entworfen wurde. Es ist das derzeit höchste Gebäude in Sydney und bietet Besuchern wie Bewohnern eine spektakuläre Aussicht auf den Hafen und das berühmte Opernhaus der Stadt.

Der Gewinner wurde wie jedes Jahr von einer internationalen Jury aus Architekturexperten aus über 300 Wolkenkratzern ausgewählt, die 2020 fertiggestellt wurden und eine Höhe von mindestens 100 Metern ausweisen. Der renommierte Preis wird seit mehr als 20 Jahren von Emporis dem internationalen Anbieter von Gebäudedaten, vergeben und ist aus der internationalen Architekturszene nicht mehr wegzudenken.

Das extravagante Design der Außenfassade von One Barangaroo war ausschlaggebend für den ersten Platz. Der Wolkenkratzer ist von natürlichen Formen inspiriert und ähnelt drei Blütenblättern, die in sich verdreht in den Himmel ragen. Der prächtige Turm steht auf einem vier Stockwerke hohen Podest, dessen Außenwände mit Marmor verziert sind. Neben einem Kasino, Wohnungen und Restaurants beherbergt das Gebäude auch ein luxuriöses Sechs-Sterne-Hotel, das der Crown Resort Group gehört, welche gleichzeitig auch an der Projektentwicklung von One Barangaroo beteiligt war.

Den zweiten Platz belegte das TELUS Sky in Calgary, das derzeit dritthöchste Gebäude der Stadt. Der Turm ist nach seinem Mieter „Telus Communications“, einem kanadischen Telekommunikationsunternehmen, benannt. TELUS Sky zeichnet sich dabei insbesondere durch seinen außergewöhnlichen Aufbau sowie seine beleuchtete Fassade aus. Der Wolkenkratzer hat eine rechteckige Grundfläche und mit zunehmender Höhe werden die Bodenplatten immer kleiner, so dass zahlreiche kleine Terrassen und Balkone entstehen. Die Fassade wird nachts von einer LED-Lichtinstallation beleuchtet, die von dem kanadischen Künstler Douglas Coupland entworfen wurde. Die Installation wird von einer Smartphone-App begleitet, die Live-Informationen über das laufende Lichtspiel liefert.

Auf dem dritten Platz landete One Vanderbilt in New York City. Der von Kohn Pedersen and Fox entworfene Wolkenkratzer befindet sich in der Nähe des Grand Central Terminal in Manhattan und verbindet modernste Büroflächen mit einer direkten Anbindung an einen der größten Verkehrsknotenpunkte der Stadt. Das auffälligste Merkmal des Turms sind die vier optisch klar voneinander getrennten Module, die zusammengesetzt dem Gebäude eine asymmetrische und unverwechselbare Form verleihen, die One Vanderbilt zu einem neuen Hingucker in der Skyline von Manhattan machen.

2020 war angesichts der Coronapandemie ein turbulentes und herausforderndes Jahr, das sich auch stark auf die Bauindustrie auswirkte. Die Gesamtzahl, der im Jahr 2020 fertiggestellten Wolkenkratzer sank im Vergleich zum Vorjahr um 20 %. Dennoch zeigen die Top-10-Gebäude deutlich, dass trotz der schwierigen Bedingungen, mit denen sich Eigentümer, Entwickler, Bauunternehmer und Architekten konfrontiert sahen, viele beeindruckende Wolkenkratzer fertiggestellt wurden. Für die kommende Jahre wird wieder ein starkes Wachstum erwartet, was zum einen die Widerstandsfähigkeit der Bauindustrie unterstreicht und zum anderen die Jury sehr optimistisch für die Kandidaten des nächsten Jahres stimmt.

 

Über Emporis

Emporis ist einer der weltweit führenden Anbieter für Gebäudeinformationen und Bauprojekte. Seit über zehn Jahren trägt Emporis dazu bei, Firmen, Organisationen und einzelne Nutzer über die Gebäudeindustrie zu informieren. Der Emporis Skyscraper Award ist der weltweit renommierteste Preis für moderne Hochhaus-Architektur.

 

Über den Award

Der Emporis Skyscraper Award wird seit 2000 verliehen. Die Jury bilden Architekturexperten aus aller Welt, die die nominierten Wolkenkratzer nach funktionalen, designbezogenen und technischen Kriterien bewerten. Frühere Gewinner waren unter anderem Lakhta Center (2019) in St. Petersburg, MGM Cotai (2018) in Macau, Lotte World Tower (2017) in Seoul.

 

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