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Autor: Ulrike Götz
goetz@vfz-verlag.de

Lesedauer: 4 min

Heilbronner Aufzugstage

Den Aufzug fest im Blick

38. Heilbronner Aufzugstage 2021 –
Online-Tagung

Die Corona-Pandemie zwingt alle Veranstalter von Tagungen und Kongressen nach neuen Wegen zur Durchführung der Events zu schauen. So auch die TAH, indem die 38. Heilbronner Aufzugstage am 2. Und 3. März in Form einer Online-Tagung stattfanden.

Mit Unterstützung der KRANZ Live Eventsolutions GmbH stellte Prof. Clauss und das Organisationsteam der TAH einen professionellen Live-Event auf die Beine, dem bereits am ersten Tag über 130 Teilnehmer digital folgten.

Das Programm wurde von Tagungsleiter, Klaus Dietel, unter dem Motto „Herausforderungen an die Aufzugsbranche“ erstellt. Als Neuerung gab es im Anschluss an jeden Vortragsblock eine Gelegenheit zur Diskussion und Klärung offener Fragen.

Im Anschluss an die Begrüßung der Teilnehmer durch Prof. G. Clauss und die Einführung in das Programm durch Klaus Dietl startete die Vortragsveranstaltung mit einem Fachvortrag von Dr. Schiffner, der einen ausführlichen Überblick über das europäische Regelwerk vortrug.

Heilbronner Aufzugstage
Heilbronner Aufzugstage digital

Im Anschluss informierte der Architekt Andreas Pilot, A. Fritsch Architekten GmbH, über den aktuellen Stand der BIM (Building Information Modeling) Aktivitäten allgemein und im speziellen die Vorteile für den Aufzugsbau. Mit dem „digitalen Zwilling“ in der BIM-Welt, können alle Beteiligten bereits vorab die Baustelle durchspielen. So können Probleme bereits im Vorfeld erkannt und vermieden werden. Mit Hilfe der Richtlinie VDI/BS 2552 Blatt 11.5 kann dieser Informationsaustausch mit möglichst wenig Verlusten durchgeführt werden. Sie gibt zudem Hilfestellung zu den Prozessen und den benötigten Inhalten.

Es folgte ein Vortrag von Joachim Karlsdorf von der AFAG GmbH, die Messegesellschaft welche die wohl wichtigste Messe der Branche ausrichtet. „interlift 2021 – (wie) sehen wir uns in Augsburg?“ Leider kann auch Joachim Karlsdorf nicht in eine Glaskugel schauen und vorhersagen in welcher Form die Corona-Pandemie im Oktober 2021 das Geschäftsleben und die mit Messebesuchen notwendigen Reisen beeinflusst. Er informierte – im Anschluss an einen kurzen Überblick über die Entwicklung der interlift- über die im März 2021 möglichen Aussichten auf die Durchführung der interlift im Herbst 21. Es gibt bei den Veranstaltern ein belastbares, mit den örtlichen Behörden entwickeltes Hygienekonzept, mit dem die interlift durchgeführt werden kann. Falls es zu dieser Zeit keinen weiteren Lockdown geben sollte. Sicherlich wird die interlift nicht in der von uns allen gewohnten und geschätzten Form stattfinden können, aber ein live Event wäre so möglich. Joachim Karlsdorf stellte die einzelnen Maßnahmen vor und die Auswirklungen auf Standkonzeption, Auf- und Abbauphase und die Besucher.

Im Anschluss an die Mittagspause folgten zwei Vorträge über Risikobeurteilungen. Andreas Dorsch von der Schindler Aufzüge AG, beleuchtete die Risikobeurteilung für Hersteller und Montagebetriebe. Direkt im Anschluss informierte Jörg Jahn von der BG Holz und Metall über die Risikobeurteilungen für Arbeitgeber und Betreiber im Speziellen die Gefährdungsbeurteilung nach ArbSchG und der BetrSichV. Beide Referenten erläuterten zunächst die Grundlagen dieser Vorschriften, bevor sie auf die speziellen Anforderungen hinsichtlich der Aufzugsindustrie eingingen.

Auch die beiden letzten Vorträge des ersten Veranstaltungstages befassten sich mit Rechtsfragen. Volker Sepanski vom TÜV Rheinland Industrie Service GmbH und Rechtsanwalt Hartmut Hardt beschäftigten sich in Ihren informativen Vorträgen mit dem Aufzug im Baurecht speziell mit Barrierefreiheit und dem Brandschutz und Hartmut Hardt informierte über die Haftung bei Umbauten und Modernisierung.

 

Der zweite Veranstaltungstag startete mit zwei Vorträgen, die die Cybersecurity behandelten. Von der Otis GmbH& CO KG informierte Nico Julian-Hall über die neue ISO 8102-20, die die erste normative Referenz im Bereich Cybersecurity im Bereich für Aufzüge und Fahrtreppen abbildet. Somit könnte im Anschluss an den erwarteten Release im September 2022 für die Aufzugsindustrie der erste Standard zur Verfügung stehen, der sich mit Cybersecurity beschäftigt. Bis dahin kann als nicht-normative Referenz für die Aufzugsindustrie die Guideline „NEII Elevator and Escalator Industry Cybersecurity Best Practices“ zur Verfügung.

Der folgende Vortrag von Sebastian Eich, hanseConcept GmbH, informierte über Cyber-Angriffe und Abwehr dieser in der täglichen Praxis. Sebastian Eich gab einen Überblick über die aktuelle Lage hinsichtlich der Cyberkriminalität, die man als schnell wachsende und professionell organisierte Industrie bezeichnen kann. Im vergangenen Jahr hat es auch – wie viele andere Branchen auch – die Aufzugsindustrie getroffen.

Die Angriffsvektoren sind dabei vielfältig, über Phishing Mails, Remotesupport, Schadsoftware etc. Ebenso können die Auswirkungen sehr unterschiedlich ausfallen, wie zum Beispiel Datenverschlüsselung, Datenverlust, Verkauf oder Veröffentlichung von sensiblen Daten etc. Grundsätzlich führen solche Angriffe fast immer zu einer Störung der Firmenabläufe und zu einem Reputationsverlust.

Eine völlige Sicherheit dagegen gibt es scheinbar nicht, aber mittels einer ganzheitlichen Sicherheitsarchitektur und der Reduzierung von Angriffsflächen kann man die Sicherheit deutlich erhöhen.

Frank Saalmüller von Schäfer GmbH stellt hygienische und smarte Aufzugsbedienung vor. Die Corona-Pandemie offenbarte die Relevanz des Themas Hygiene in allen Lebensbereichen. Dazu gehört selbstverständlich auch der Aufzug. Die Firma Schäfer begutachtete unter diesem Gesichtspunkt die komplette Herstellungskette, angefangen von den verwendeten Materialien bis zur Bedienung durch den Aufzugnutzer. Gemeinsam mit der Life Sciences, Lehrstuhl fü angewandte Reinigung und Hygiene, erarbeitete das Unternehmen Kriterien und Testverfahren zur Bewertung der Maßnahmen und deren Wirksamkeit.

Ein anderes Thema – aber mit ähnlicher Brisanz präsentierte Edip Kaci, KONE GmbH. Ein sehr wichtiges und selten thematisiertes Verkehrsmittel in Gebäuden ist die Fahrtreppe. Edip Kaci informierte über aktuelle Themen rund um die Fahrtreppe. Deren sicherheitstechnischen Anforderungen und das aktuelle Regelwerk.

 

Der letzte Referent der 38. Heilbronner Aufzugstage war Steffen Braun vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) mit ihm konnte ein hochrangiger Experte für die Stadt der Zukunft und speziell ihr Verkehrswesen gewonnen werden. Steffen Braun ist Mitbegründer der Morgenstadt-Initiative und forscht mit seinen Kollegen intensiv daran, wie die Stadt von morgen aussehen kann und wie sie das Leben und Arbeiten verändern wird.

 

Als Resümee kann man Prof. G. Clauss und seinem Team für die Ausrichtung der diesjährigen Heilbronner Aufzugstage danken. Die Vorträge waren sehr gut gewählt und die angebotenen Diskussionsrunden wurden genutzt. Auch die virtuelle Ausstellung konnte punkten, obwohl bei der Drucklegung noch keine Rückmeldung eines Ausstellers vorlag.

Nicht nur die Organisatoren hoffen, dass man sich im Frühjahr 2022 in der Harmonie Heilbronn wieder live sehen kann, dann wieder im gewohnten Format, zum Familientreffen der Aufzugsbranche.

Information

Technische Akademie Heilbronn e.V.
Max-Planck-Straße 39
74081 Heilbronn
Tel.: 07131 / 56 80 63
Fax: 07131 / 56 80 65
 tah@hs-heilbronn.de

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